Die Vorläufer der F 13

Während des ersten Weltkrieges erlebte der Flugzeugbau in Europa einen enormen Aufschwung. Viele Flugzeugfabriken entstanden, immer schnellere und leistungsfähigere Flugzeuge wurden entwickelt. Erste Großflugzeuge wurden konstruiert und auch gebaut.

Auch die Firma Junkers verlegte sich auf den Flugzeugbau. Bereits im Februar 1910 hatte Prof. Junkers eine Idee patentiert bekommen, das sich mit dem Tragflächenaufbau von Flugzeugen beschäftigte. Er verlegte erstmals alle Widerstand erzeugenden Teile in das Innere des Flügels und entwickelte so den hohlen Tragflügel. Nach Ausbruch des ersten Weltkrieges hielt Prof. Junkers die Zeit für gekommen, diese Idee zu verwirklichen.

Bereits im Dezember 1915 erhob sich der erste Junkers-Ganzmetall-Eindecker, die J 1, wenn auch noch etwas mühselig, in die Luft. Da sich das Eisenblech, das als Baumaterial verwendet worden war, als zu schwer erwies und die Steigfähigkeit des Flugzeuges wesentlich beeinträchtigte, suchte Junkers nach einem neuen Werkstoff und fand ihn im Duraluminium, das erstmals bei dem Infanterieflugzeug Junkers J 4 zum Bau der Tragflächen eingesetzt wurde.

Das im Jahre 1917 entstandene Jagdflugzeug J 7 vereinigte bereits alle Merkmale der Junkersflugzeuge, die später zu ihrem Markenzeichen wurde: Das Flugzeug bestand ganz aus Duraluminium in Wellblechform und der Rumpf lag auf den Flügeln auf. Der erste flugfähige Ganzmetall-Tiefdecker war entstanden. Die Serienausführung J 9 (militärische Bezeichnung D I) erwies sich beim Vergleichsfliegen 1918 in Adlershof als eines der besten deutschen Jagdflugzeuge. Sie konnte eine Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h erreichen. Janusz Piekalkiewicz schreibt in seinem Buch "Der Erste Weltkrieg" über die J 9:

"Neben vielen Weiterentwicklungen bisheriger Flugzeugtypen, die 1918 zum Einsatz kommen, gibt es eine als revolutionär zu bezeichnende Neuschöpfung, die Junkers D I. Sie besitzt eine für die damalige Zeit ungewöhnliche Konstruktionstechnik: Zelle und Außenhaut bestehen aus Ganzmetall. ... Die Junkers D I ist das erste Ganzmetallflugzeug der Welt, das neben einer hohen Triebwerksleistung auch die erforderliche Wendigkeit besitzt. Die Einsatzmöglichkeiten bleiben jedoch beschränkt, da nur 41 Stück davon angefertigt werden."
Junkers J 9

Junkers J 9

Auch die zweisitzige Schlachtflugzeugausführung J 10 (militärische Bezeichnung CL I) und deren Schwimmervariante J 11 gehörten zu den ausgereiftesten Flugzeugen des ersten Weltkrieges. Piekalkiewicz über die J 10:

"Der Anfang März 1918 getestete Prototyp zeigt so hervorragende Eigenschaften, daß unmittelbar danach die Serienproduktion beginnt. Noch in der Endphase des Krieges werden 47 Maschinen ausgeliefert, die sich als die besten deutschen Kampfflugzeuge erweisen."
Junkers J 10

Junkers J 10

Die Weiterentwicklungen der J 10, die als Post-, Kurier- und Militärflugzeuge A 20 und A 35 wurden von den Junkerswerken noch in den 20er Jahren in großer Stückzahl gebaut und auch exportiert.

Im Ersten Weltkrieg blieb Prof. Junkers ein großer finanzieller Erfolg aus verschiedenen Gründen noch versagt. Die Entwicklung der völlig neuartigen Ganzmetallflugzeuge verschlang viel Geld und als endlich eine Serienproduktion aufgenommen werden konnte, war der erste Weltkrieg zu Ende. Nur von dem Doppeldecker J 4 konnte während des Krieges eine größere Stückzahl abgesetzt werden.

Zur Serienproduktion der Militärflugzeuge hatte sich Prof. Junkers mit dem erfolgreichen Flugzeugindustriellen Anthony Fokker zu einer Aktiengesellschaft, der Junkers-Fokker-Werke AG (Jfa), zusammengeschlossen. Die Flugzeug-Versuchsbauten führte er wie bisher in seiner Badeofenfabrik Junkers & Co. (Jco) durch. Dies führte bald zu einer Konkurrenz der Werke Jfa und Jco, da beide unabhängig voneinander um die Staatsaufträge kämpften.

 

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