Die Innenausstattung der F 13 "Herta"Über die ursprüngliche Ausstattung der F 13 sind einige Fotos erhalten. Sie zeigen im Vergleich zu späteren Aufnahmen eine recht spartanische Inneneinrichtung. Die Sitze sind mit einem lederartigen Stoff verkleidet und mit Anschnallgurten versehen, es sind noch keine Vorhänge an den Fenstern zu sehen. Auf dem hinteren Sitze links hat der Konstrukteur der F 13 Otto Reuter Platz genommen.
Im September planen die Junkerswerke einen Flug nach Holland, um das Flugzeug auf der in Amsterdam stattfindenden ELTA (Eerste Lucht-Tentoonstelling Amsterdam) vorzuführen. Zu diesem Zweck soll die F 13 "Herta" eine völlig neue, komfortable Inneneinrichtung erhalten, um etwaigen Fluggästen das Reisen in der Luft schmackhaft zu machen. Für die Ausführung der Arbeiten wird die Karosseriefabrik Schebera in Berlin-Tempelhof ausgewählt. Am 23. September 1919 startet Pilot Emil Monz mit dem Flugzeug morgens um 8 Uhr auf dem Flugplatz in Dessau-Alten. Im Flugzeug sitzen der Konstrukteur Otto Reuter, der Pilot Arved von Schmidt, der Monteur Höppner und ein Herr Pinkert. Nach 40 Minuten Flug erreichen sie den Flugplatz Johannisthal. Bei der Landung im tiefen Sand platzen beide Reifen und müssen erst erneuert werden. Am darauffolgenden Tag fliegt der Pilot Monz mit seinem Monteur erstmal nach Staaken und führen das Flugzeug dort verschiedenen Interessenten vor. Dabei finden auch Passagierflüge statt. Am 25. September kehrt die F 13 nach Johannisthal zurück. Hier werden Flügel und Propeller abmontiert und das Flugzeug mit Hilfe eines Automobils nach Tempelhof zur Karosseriefabrik Schebera gerollt. Über die dort ausgeführte Innenausstattung berichtet Pinkert: "Die Kabine wurde nach den Besprechungen in Stoff und die Führersitze in Leder ausgeführt. In der Kabine wurden folgende Teile angebracht: an der vorderen Wand eine Zeituhr, eine Kantine und eine leichte Tasche für Reiselektüre oder ähnliches. Die vorderen konstruktiven Ecken wurden mit künstlichen Blumen ausgeschmückt. Sonst wurden noch zwei Aschenbecher, zwei Einsteiggriffe, Sprachrohr, Zigarrenanzünder und eine elektrische Deckenlampe angebracht. Die Fenster sind statt mit Duraluminiumschienen mit Nußbaumleisten eingefaßt. ..." Die Wand und die Polstersitze sind nach Angaben von Pinkert mit grauem Cordstoff bezogen worden, für die Decke und die Vorhänge wird grauer Seidenmull verwendet. ![]() Auch über den Anstrich gibt Pinkert in seinem Bericht Auskunft. Danach sind Motorlagerung, Bauchdecke, Flügel und Ruderorgane oben hellblau und auf der Unterseite dunkelblau gestrichen und durch Silberstreifen abgesetzt. Der Name "Junkers" erscheint in Silberbronze. Die Zulassungsnummer D 183 ist schwarz auf weißem Felde ausgeführt. Die gesamte Ausstattung kostet 8000.- Mk. (23) Die F 13 "Herta" verbleibt nach Aufgabe des geplanten Fluges zur holländischen Luftfahrtausstellung ELTA als Platzmaschine auf dem Flugplatz Dessau. Mit ihr werden in der kommenden Zeit Versuchs- und Vorführungsflüge ausgeführt. Nach Angabe der Junkerswerke sind mit diesem Flugzeug bis Ende November 1919 insgesamt 61 Flüge mit 30 Betriebsstunden entsprechend einer Strecke von etwa 5000 Kilometer zurückgelegt worden, wobei 277 insgesamt Personen befördert wurden. (24) |
| |
Weiter: Der Bau der zweiten F 13 "Annelise" |
| |
Zurück zum Inhaltsverzeichnis |